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Nilaos
Mhuri
Wahanu
Nakamoa
Die Mhuri leben tief im Dschungel von Nilaos um einen geheimnisvollen Tempel herum. Sie haben ihn nicht selbst errichtet, sondern leben in Baumhütten darum herum. Es wird sich erzählt, dass ihn einst freundliche Geister aus einer anderen Welt errichtet haben, die den Völkern auf Nilaos wohlgesonnen waren. Doch eines Tages verschwanden sie und ließen ihre Tempel und Heime zurück. Die Mhuri bleiben seitdem in der Nähe des Tempels und warten auf die Rückkehr dieser Geister, um den Handel mit ihnen wieder aufzunehmen und die Freundschaft zu erneuern. Sie gelten als friedlichstes Volk auf Nilaos.
Die Mhuri leben hauptsächlich von Früchten und dem, was der Dschungel ihnen bietet. Sie jagen mit Giftpfeilen, die in Sekunden wirken, um das gejagte Tier so wenig wie möglich leiden zu lassen. Zu Feierlichkeiten und offiziellen Anlässen erkennt man sie an ihren blau-schwarzen Bemalungen.
Die Wahanu leben hauptsächlich in den Lagunen, um das dichteste Herz des Dschungels herum. Sie beleben die zurückgelassenen Behausungen der Tempelgeister, die sie teilweise ausgebaut und ihren Bedürfnissen angepasst haben. Sie ernähren sich hauptsächlich von Früchten und Fischen, jagen mit Speeren und Steinschlingen und sind wohl das humorvollste Volk auf Nilaos (was in Anbetracht der eher ernsten Konkurrenz auch nicht schwer ist). Sie sind leicht an ihren aufwändigen Tätowierungen zu erkennen, sie sich entweder über einige Teile des Körpers ziehen, oder manchmal bis ins Gesicht reichen. Die Tattoos wirken auf Außenstehende meist rein symbolisch, doch sie erzählen Geschichten von großen Taten und Erlebnissen.
Die Nakamoa leben nicht weit entfernt vom Strand in kleinen Zeltkreisen, die sich an der Küste verteilen. Ein kleines Dorf besteht meist nur aus einer oder zwei Familien, doch die Kreise sind alle nicht weit voneinander entfernt, so dass sich der Stamm im Notfall über lautes Rufen quer über die Küste über mögliche Gefahren informieren kann. Sie leben vom Fischfang, Früchten und der Jagd, züchten aber auch Vieh und betreiben zumindest symbolischen Handel mit den Bewohnern von Sudu Va’eli und den Piraten der Bleak Mary. Anderen Fremden gegenüber begegnen sie misstrauisch bis feindselig und es ist schwer sich ihre Gunst oder gar ihr Vertrauen zu verdienen. Sie sehen sich als Beschützer der Völker und ihrer Geheimnisse und nehmen ihre Aufgabe sehr ernst. Auf ihren gezähmten Pferden können sie lange Strecken schnell überwinden und sie kämpfen zwar am liebsten mit Pfeil und Bogen, schrecken aber auch nicht vor einem Nahkampf mit Speeren und kleinen Streitäxten zurück. Sie schmücken sich gern mit Federn und rot-schwarzen Bemalungen.

Zusammenleben
Von außen werden die Stämme meist als ein einziges großes Volk von Nilaos angesehen, allerdings verstehen sich die Stämme eigentlich als drei unterschiedliche Völker. Sie teilen allerdings einen Glauben und haben gelernt friedlich miteinander zu leben, untereinander zu handeln und zu verhandeln, um mögliche Streitigkeiten ohne Blutvergießen zu lösen. Der Frieden auf den Inseln ist ihnen ebenso heilig wie der Einklang mit der Natur, weshalb sich jeder Stamm darum bemüht diesem gerecht zu werden.
Jeder Stamm hat seinen Platz auf der Insel und seine Aufgabe. Die Nakamoa verteidigen Nilaos vor Fremden, während die Mhuri den Tempel bewachen und auf die Rückkehr der Tempelgeister warten. Als Mittler zwischen diesen zwei sehr unterschiedlichen Völkern stehen die Wahanu, die das Gleichgewicht zwischen ihnen halten.
Jeder Stamm hat ein Oberhaupt, den Kaiarahi, der wichtige Entscheidungen trifft. Dabei wird er oft von den Ältesten beraten und legt ebenfalls viel Wert auf den Rat der Upoko – den Schamanen.
Bei wichtigen Belangen treffen sich die Stämme und sowohl die Kaiarahi, als auch die Upoko halten Rat, um über die Zukunft von Nilaos zu entscheiden. Davon abgesehen bleiben die Stämme allerdings eher unter sich.

Im Sinne des Glaubens der Stämme auf Nilaos ist die Frau nicht weniger wert als jeder Mann und hat ihren festen Platz im Kreislauf des Lebens. Frauen müssen hier genauso wie Männer ihren Platz im Stamm und ihre Aufgabe im Leben finden, wobei mehr auf ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten geschaut wird, als auf das Geschlecht. Entsprechend ist es Frauen erlaubt und möglich jedes Amt auszuüben, wozu sie sich eignet.

Bildung
Die Stämme teilen alles Wissen gerecht untereinander auf, in der Hoffnung, so den idealen Platz für jeden im großen Kreis zu finden. Die Kinder lernen von klein auf alles über die Natur und was sie zum Überleben brauchen, aber auch alles über die Stämme und die Fremden, damit sie ihren Platz im Leben finden können. Die Stämme kommunizieren untereinander oft über ein Knotensystem an Seilen, die sie zwischen Bäume spannen. Auch dieses System bekommt jeder gelehrt.
Die Gebräuche des eigenen Stammes werden quasi von Geburt an verinnerlicht, doch auch die Rituale der anderen Stämme werden bei Begegnungen aus Respekt voreinander eingehalten und geachtet.
Die Völker von Nilaos sprechen eine eigene Sprache, wenn auch in leicht unterschiedlichen Akzenten. Wenige Nakamoa sprechen gebrochen die gemeine Sprache oder Asfarami, um zu Handeln.

Glaube
Alle Stämme glauben an einen großen Kreislauf des Lebens, in dem sie nur eine kleine Rolle spielen. Sie sehen sich als gleichwertig mit anderen Lebewesen und versuchen im Einklang mit der Natur und ihren Geistern zu leben. Sie sehen ebenso Leben in jedem Fluss, Farn oder Baum, wie in den Tieren um sich herum. Jedes Leben ist nur geliehen und muss am Ende zurück in die Natur gegeben werden.
Die Upoko haben angeblich die Gabe mit den Geistern um sie herum zu kommunizieren und geben ihr eine Stimme in den Belangen der Stämme. Sie sind für alles verantwortlich, was mit der Geisterwelt zu tun hat. Sie sind oft in Kommunikation mit ihr, um bestimmte Geister um Hilfe oder Gnade zu bitten. Dafür werden oft Bewusstseinserweiternde Mittel genutzt, um die Geister um sich herum besser verstehen zu können.

Tritt der Tod eines Stammmitgliedes ein – egal welchen Stammes – wird der Körper zunächst gereinigt und beräuchert, ehe er dem natürlichen Kreislauf zurückgeführt wird. Dies geschieht in jedem Stamm auf unterschiedliche Weise. Bei den Mhuri werden die Körper den Tieren überlassen, bei den Wahanu der Erde übergeben, wohingegen die Nakamoa die Toten auf das Wasser schicken. Der Besitz der Toten wird gerecht und je nach Bedarf unter dessen Familie aufgeteilt. Hat der Tote keine Familie, so kommt dessen Besitz dem Stamm zugute. Bei der Verteilung entscheidet das Stammesoberhaupt und die Entscheidung hat akzeptiert zu werden, da es immer im Sinne des Stammes agiert.

Bund des Lebens
Fühlt sich eine Person zu einer anderen hingezogen, kann man versuchen die Gunst der anderen Person zu gewinnen und sie schließlich erwählen. Erwählt sie einen ebenfalls, kann ein Bund geschlossen werden, er einer üblichen Ehe ähnlich ist. Es wird vom Upoko um die Gunst der Natur gebeten und vom Kaiarahi als geltend erklärt. Da er allerdings nicht vor irgendwelchen Göttern geschlossen wird, kann er bei bedarf auch wieder gelöst werden – wobei das eher unüblich ist, da man diesen Bund nicht unbedacht eingeht.
Dieser Bund kann von jedem eingegangen werden, der von Nilaos stammt, egal aus welchem Volk und egal von welchem Geschlecht. Gleichgeschlechtlichen Partnern ist der Bund also ebenfalls erlaubt, ist aber nicht unbedingt üblich. Verboten sind hingegen Verbindungen mit Ungläubigen von außen. Sie werden mit Verbannung bestraft.

Vergehen
Verstößt jemand gegen die Regeln des Zusammenlebens und stört das Gleichgewicht, drohen ihm je nach Vergehen diverse Strafen. Diese können von einer Entschuldigung oder Entschädigung beim Geschädigten, über die Besänftigung der Geister, die man erzürnt hat, bis hin zum temporären oder generellen Ausschluss aus den Völkern variieren. In diesem Fall wird der Geächtete auf eine der anderen Inseln verstoßen, wo er allein leben muss, bis ihm erlaubt wird zurückzukehren, oder je nach Härte des Vergehens, bis er stirbt.

Militär & Kampf
Jeder Stamm hat Krieger – meist allerdings eher zur Jagd und der Verteidigung vor Raubtieren. Seltener verirren sich tatsächlich Fremde nach Nilaos und müssen von den Kriegern wieder vertrieben werden. Es ist Frauen erlaubt Kriegerinnen zu werden, wenn sie sich dazu berufen fühlen, allerdings sind es dennoch mehr Männer, weil sie körperlich einfach besser dazu geeignet sind.

Handel
Die Stämme handeln vor allem untereinander, aber auch hin und wieder mit den Piraten der Bleak Mary. Selten verlassen einige Krieger der Nakamoa Nilaos, um mit den Bewohnern von Sudu Va’eli zu handeln. Es ist eher ein symbolisches Bündnis, als eine Notwendigkeit, weil sie sich die Jagdgründe im nördlichen Gewässer hin und wieder teilen.

Die Geister des Tempels
Die Tempel
Die Mhuri leben zwar um den Tempel im Herzen der Insel herum und pflegen ihn, haben ihn aber nicht erbaut. Der Tempel existiert bereits seit so vielen Generationen, dass nicht mehr übertragen wurde, wie er erbaut wurde – nur, dass es die Tempelgeister waren, die durch ein Tor in diesem Tempel zu ihnen kamen. Wo genau sich dieses besagte Tor befinden soll können die Mhuri heute nicht mehr sagen, nur dass es wohl irgendwo in der riesigen Tempelanlage versteckt sein muss. Der Tempel an sich besteht aus dunklem Gestein und die Hallen und Gänge sind riesig, gebaut für die Ewigkeit. Die Natur hat sich Stück für Stück mit dem Tempel vereint, doch die Mhuri sorgen dafür, dass sie ihn nicht vollkommen in sich aufnimmt, für den Fall, dass die Tempelgeister wiederkehren.

Die Geister
Besagte Tempelgeister waren laut den Überlieferungen absonderliche Kreaturen in diversen Formen und Farben, die freundlichen Handel mit den Stämmen auf Nilaos trieben, der sie immer reicher und weniger demütig gegenüber der Natur werden ließ. Eines Tages verschwanden sie, scheinbar erzürnt über den Wandel der Menschheit.
Im Glauben, dass sie die Geister erzürnt hatten, legten die drei Stämme einheitlich allen überflüssigen Besitz ab und streben seither noch mehr nach dem Einklang mit der Natur. Sie glauben, dass die Tempelgeister wiederkommen werden, wenn sie die drei Stämme wieder als würdig empfinden.